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Mit diesem „Mehr“ vertrat der Kreiscaritasverband Kitzingen die breite Palette der Ausbildungsmöglichkeiten im sozialen Bereich auf der 18. Berufsbörse der Friedrich-Bernbeck- Wirtschaftsschule.

Nicht nur Schüler der Bernbeck Wirtschaftsschule oder Schüler aus anderen Schulen des Landkreises informierten sich, es waren auch Jugendliche aus Würzburg gekommen, die sich für die regionalen Ausbildungsangebote in Kitzingen interessierten. Sie wussten auch schon, dass die Bahn im Halbstundentakt nach Würzburg eine gute Verbindung darstellt und somit auch ein Ausbildungsplatz in Kitzingen interessant sein könnte.

Einige kamen mit festen Vorstellungen, für sie stand schon fest, dass sie Heilerziehungspfleger oder Physiotherapeutin werden wollten. Mit der festen Absicht eine Altenpflegeausbildung zu starten kam auch ein Schüler, der im Moment noch die letzte Realschulklasse absolviert. Mit konkreten Fragen nach Verdienst, Arbeitszeiten und Weiterbildungsmöglichkeiten begann er seinen Fragenkatalog abzuhaken. Er kannte sich aus, hatte schon ein Praktikum im Seniorenheim absolviert und berichtete begeistert von einem Wohngemeinschaftshaus in seiner Nachbarschaft in dem alte und behinderte Menschen frei und aktiv gemeinsam leben. „Wir bleiben in Kontakt“, schlug ich ihm vor, so was interessiert mich auch. Wir haben E-Mails ausgetauscht, die Berufsbörse brachte so auch neue Infos und Kontakte für mich.

Viele Jugendliche sind noch unentschlossen, sie kommen an den Caritasstand, weil es Kinokarten zu gewinnen gibt, die erhält derjenige, der den coolsten Rollator mit bunten Farben auf ein Papier mit der Überschrift „pimp up my Rollator“ zeichnet. Rollatoren, die über die Griffe die Vitalwerte wie Blutdruck und Blutzucker messen wurden erdacht und natürlich mit Navigationssystem, um den Weg nach Hause auch mit Erinnerungsproblemen wieder zu finden.

Rollatoren mit eingebauten Spielkonsolen und täglichen Technik-Updates lassen mich erahnen, wie die Fortbewegungshilfen der heute 16-jährigen im Jahr 2090 ausgestattet sein werden. Dabei kam man ins Gespräch, wetteiferte um futuristische Entwicklungen und konstruierte Rollatoren, die drohnengleich wie kleine Spaceshuttles über das Kopfsteinpflaster von Kitzingen schweben werden.

„Von Pflege hätten sie noch keine Vorstellung, sie waren noch nie in einem Altenheim, aber anschauen würden sie es schon mal“. Dafür hatten wir einen Flyer vorbereitet mit der Überschrift: „Teste deine soziale Kompetenz – probiere aus, ob die Arbeit mit „Alten“ dein Ding ist – werde ehrenamtlicher Mitarbeiter im Mehrgenerationenhaus“. Einige haben ihn dann eingesteckt und sich zu meiner Freude, inzwischen auch tatsächlich per E-Mail gemeldet.

Unser erstes Treffen steht schon fest. Es wird eine Hausführung geben, bei weiterem Interesse eine kleine Fortbildung zu Pflege und Demenz. Wer dann noch dabei ist wird Mitglied der „jugendlichen Ehrenamtlichen“, eine Gruppe die gerade etwas ausgedünnt war. Ich freue mich auf die „Neuen“, auf frische Ideen, vielleicht Techniküberraschungen für Senioren, es muss ja nicht gleich ein Space-Rollator sein. Schon Einige haben über ein soziales Praktikum oder über unsere Jugendgruppe ihre Liebe zu diesem Beruf entdeckt. Gerade mit Schülern der Wirtschaftsschule gab es schon viele schöne gemeinsame Projekte im Caritas-Mehrgenerationenhaus St. Elisabeth. „Das sind gar keine alten Spießer“ war ein Pressebericht überschrieben, der über eines dieser Projekte berichtete. Allein diese Erkenntnis ist die Mühe wert, sich um die Jugend zu bemühen, die noch sucht, nach einem Beruf, der mehr ist als ein Job.

Soziale Berufe sind in Zeiten einer alternden Gesellschaft in vieler Hinsicht krisensichere Ausbildungen mit Arbeitsplatzgarantie.

Die Zahl der Pflegebedürftigen könnte sich von derzeit 2,25 Millionen auf voraussichtlich 2,9 bis 3,3 Millionen in Zukunft erhöhen. Mit diesem Anstieg der Pflegebedürftigen wird insbesondere die professionelle Pflege weiter an Bedeutung gewinnen, d.h. sowohl die Versorgung durch ambulante Pflegedienste als auch die Unterbringung in stationären Einrichtungen und die Arbeit in angrenzenden Berufssparten.

Aufgrund dieser Entwicklung ist mit einem deutlichen Beschäftigungszuwachs zu rechnen. In Vollzeitstellen ausgedrückt könnte sich die Zahl der Beschäftigten im Pflegebereich von heute rund 576.000 auf knapp eine Million bis zum Jahr 2030 nahezu verdoppeln.

In einer alternden Gesellschaft stehen dem Arbeitsmarkt in allen Sparten immer weniger Arbeitskräfte zu Verfügung. Diese Entwicklung wird sich auch auf die Familienstrukturen auswirken. Mehr Frauen als heute werden neben Familie und Pflege berufstätig sein. Das bedeutet aber gleichzeitig, dass Pflege und Kinderbetreuung außerfamiliär geleistet werden muss.

Es gibt zwar weniger Kinder als Senioren, trotzdem wird der Kinderbetreuungs- und Erziehungsbedarf durch die Berufstätigkeit beider Elternteile steigen. Auch Kinderkrippen und Kindergärten werden mehr gut ausgebildetes Personal benötigen.

Es lohnt sich soziale Berufe etwas genauer zu betrachten. Die Verdienstmöglichkeiten haben sich verbessert und sind durch die zahlreichen Fortbildungs- und Qualifizierungsangebote für examinierte Pflegekräfte, bis zum Studium der Pflegewissenschaften, durchaus attraktiv geworden.

Zum Beispiel kann eine examinierte Altenpflegekraft derzeit ca. mit einem Einstiegsgehalt von 2.400 bis 2.500 € ausgehen. Während der Ausbildung werden im 1. Lehrjahr 876 €, im 2. Lehrjahr 937 € und im 3. Lehrjahr 1038 € gezahlt.

Mehr Infos unter: http://www.caritas.de/fuerprofis/arbeitenbeidercaritas/sozialeberufe/sozialeberufe

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