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Die Leistung der pflegenden Angehörigen ist eigentlich nicht mit Geld zu bezahlen. 3,4 Millionen Menschen sind pflegebedürftig, dreiviertel werden zuhause versorgt.

2,5 Millionen Berufstätige pflegen und betreuen Familienmitglieder zuhause. Sie leisten Enormes, sie leben generationenübergreifende Solidarität, stärken unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt und entlasten unser Sozialsystem. Unterstützt werden sie dabei von Tagespflegen, Alltagsbegleitern oder osteuropäischen Pflegekräften. Was ist wenn alles von heute auf morgen wegbricht?

Wegen der Corona Pandemie haben 4.500 Tagespflegeeinrichtungen in Deutschland geschlossen, die osteuropäischen Pflegekräfte sind nach Hause abgereist, die Alltagsbegleiter haben Einsatzstopp und die stationären Pflegeeinrichtungen haben Aufnahmestopp. Wohin jetzt mit Mama, Papa, Oma oder Opa? Alle Kräfte werden in den Familien mobilisiert, um diese akuten Pflegesituationen zu meistern. Vereinbaren von Familie, Beruf und Pflege geht erst mal nicht mehr, der Jahresurlaub wird genutzt, im Homeoffice gearbeitet und Freistellung für Pflege beantragt. Aber bald sind alle Möglichkeiten erschöpft und die Tage aufgebraucht. Aber die Not der Angehörigen wird gesehen. Erste Gesetzte zur Entlastung wurden soeben beschlossen und treten ab sofort in Kraft. Das Pflegeentlastungsgeld können Angehörige beantragen, die Pflege wegen Corona nun neu organisieren müssen. Bisher konnte man für 10 Tage 90 % des Nettoeinkommens erhalten nun sind es 20 Tage, die erstattet werden. Auch die Pflegezeit und Familienpflegezeit, Freistellung mit Einkommensminderung oder ohne Bezüge aber mit der Garantie in den Job zurückzukehren wird flexibler gestaltet, zumindest erst mal bis zum Herbst. Die ungenutzten monatlichen Entlastungsleistungen (125 Euro pro Monat) verfallen 2020 nicht am 30. Juni, sondern können bis Ende September abgerufen werden. Auch die bisherige Verwendung dieser Leistungen ist nun flexibler nutzbar, um die Folgen der Corona Pandemie in der persönlichen und individuellen Pflegesituation zu bewältigen bzw. zu gestalten.

Falls Sie betroffen sind und plötzlich die Pflege bewältigen und umgestalten müssen, wenden Sie sich zuerst an Ihre Pflegekasse und erfragen Sie die, für Ihren Fall möglichen Leistungen. Unsere Alltagshelfer stehen bereit und entlasten Sie bald wieder. Wenn die Pandemie sich weiter zurückzieht, können wir mit den notwendigen Hygienevorkehrungen wieder für Sie aktiv werden.

Die Fachstelle für pflegende Angehörige mit Demenzservicestelle berät Sie zu den möglichen Leistungen und versucht Sie in Ihrer Pflegeaufgabe zu unterstützen und zu entlasten. Tel.: 09321 267 297-10, hinterlassen Sie eine Nachricht auf unserem Anrufbeantworter, wir rufen Sie baldmöglichst zurück. Oder schreiben Sie uns eine E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Petra Dlugosch

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